Wind, Berg, Wind!

Der schwierigste Anstieg auf der Taiwanumrundung heißt Shouka. So steht es im Reiseführer: „Der Anstieg ist wirklich lang, stellt also eine echte Herausforderung an Körper und Geist dar, aber wenn Sie mit einer positiven Einstellung herangehen und fest an sich glauben, erreichen Sie schon bald den Gipfel.“ Genau diesen Anstieg an haben wir heute bezwungen! Und so sah es von oben aus:

Und so sahen wir nach mehreren Kilometern aus, um den Gipfel auf 450 Metern zu erreichen – zu Anfang machte uns auch noch der Gegenwind das Leben schwer:

So schwer und steil manche Tour auch ist, wenn man angefeuert wird, ist alles halb so schwer! Und es scheint so, als würde unser Fanclub mitreisen, egal wo wir sind. Wenn wir uns mit unseren Tourenrädern und dem Gepäck schwer atmend die Berge hinaufquälen, dann steht am Straßenrand oft jemand und ruft „Hello“ und feuert uns an. Viele Taiwaner haben uns schon auf Rollern überholt und den Daumen dabei hochgehalten, LKW–Fahrer hupen für uns, Bauarbeiter winken uns. Kinder, die in Autos sitzen und vorbeifahren, kurbeln die Fenster runter und rufen „Gebt Gas!“. Und wenn wir irgendwo ankommen, werden wir gefragt, ob wir die Insel umrunden und ernten anerkennendes Nicken! Wie kann man andersherum nicht zum Fan der Taiwaner werden? Wir freuen uns jedes Mal!

Nach dem Anstieg folgt die Abfahrt. Heute war sie wirklich rasant! Im Prinzip sind wir alle Höhenmeter, die wir über Stunden erstrampelt haben, in zehn Minuten wieder hinuntergesaust.

Nach dieser Abfahrt sind wir noch etwa 3 Stunden weiter entlang der Ostküste gefahren – mit Gegenwind – und einem schönen Ausblick. (Laurence)

Unsere heutige Unterkunft liegt in einem kleinen verschlafenen Dorf südlich von Taitung. Jinlun heißt es und hat vermutlich ein paar hundert Einwohner, einen Bahnhof, einen 7/11-Mini-Supermarkt und ein paar Thermalquellen. Das Erdgeschoss des Hauses ist nach vorne offen und Rezeption, Garage und Wohnzimmer zugleich.

Betrieben wird das B&B von einer extrem hilfsbereiten Taiwanerin, die uns sofort anbot, unsere Wäsche zu waschen und einem lustigen Japaner, der uns die ganze Zeit mit seinem iPad fotografierte.

Da wir nach der heutigen Etappe ziemlich ausgehungert waren, ging es gleich ins örtliche Nudelrestaurant.

Der Laden brummte und zur Abwechslung lief hier sogar englische Musik. Wir freuten uns über Foreigner und Whitney Houston und trauten unseren Ohren kaum als wir das Antenne-Bayern-Jingle hörten. Wie bizarr!

Auf dem Weg zurück zur Unterkunft kamen wir an einem offenen Wohnzimmer vorbei, in dem Karaoke gesungen wurde. Wir blieben kurz stehen und hörten zu – zack saßen wir auf einem Plastikstuhl im Wohnzimmer mit einem Bier in der Hand und durften ‚let it be‘ von den Beatles singen und wurden dabei gefilmt.

Karaoke scheint die Abendbeschäftigung in Jinlun schlechthin zu sein: in jedem zweiten Haus, an dem wir vorbeiliefen, saßen Menschen vor Karaokemaschinen und sangen aus vollem Hals.

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